
Alfred Weidinger, der neue Leiter der Oberösterreichischen Landesmuseen, hat die Krise hinter sich gelassen.
Seinen Amtsantritt hatte sich Alfred Weidinger, seit April neuer Direktor der Oberösterreichischen Landesmuseen, mit Sicherheit anders vorgestellt. Alle Ausstellungseröffnungen sind bis auf Weiteres auf Eis gelegt. Die Häuser müssen vorläufig geschlossen bleiben.
Mit 1. April wurden die Oberösterreichischen Landesmuseen aus der Landesverwaltung ausgegliedert und in eine gemeinsame GmbH mit dem OÖ Kulturquartier zusammengeführt, deren Gesamtleitung Alfred Weidinger nun übernommen hat.
Trotz der durch die Corona-Krise schwierigen Startbedingungen ist Alfred Weidinger pragmatischer Optimist: „ Als eigenständige GmbH können wir mit so einer Krise viel flexibler umgehen. Wir müssen unseren mehr- jährigen Budgetplan nun eben entsprechend umschichten. Das wäre als Teil der Landesverwaltung nicht so einfach gewesen.“ Weidinger, der schon gemeinsam mit Albrecht Schröder die erfolgreiche Ausgliederung der Albertina in Wien mitbegleitet hat, ist mit seinen Plänen bereits weit in der Zukunft: „Die Zukunft Wiederentdecken“ lautet auch das Leitmotiv seines Konzeptes für die Oberösterreichischen Landesmuseen, das Grundlage für seine Bestellung als Leiter war. Damit einher geht auch die Neuausrichtung einiger Häuser im großen Verbund dieses Universalmuseums mit insgesamt 12 Standorten in ganz Oberösterreich.
Die Landesgalerie Linz erhält wieder ihren ursprünglichen Namen Francisco Carolineum und wird zu einem Museum der Fotografie und Medienkunst umgestaltet.
Weidinger verspricht sich durch die neue Betriebsstruktur und die Zusammenlegung mit dem OÖ-Kulturquartier auch inhaltlich eine viel größere Flexibilität, die es ermöglicht, über mehrere Häuser hinweg blitzschnell und interdisziplinär auf aktuelle Herausforderungen reagieren zu können.
Die aktuelle Corona-Krise ist aus Weidingers Sicht zumindest unter diesem Aspekt sogar eine Chance. Sie bietet die Gelegenheit, diese neuen Handlungsmöglichkeiten auszuloten.
„Es war ohnehin mein Plan, online-story-telling stark auszubauen“, sagt Weidinger. „Jetzt ziehen wir das vor und beginnen wir gleich intensiver damit.“
Mehrmals wöchentlich werden auf Facebook 20-minütige „OÖ-STORIES“ live aus einem der 12 Standorte der Oberösterreichischen Landesmuseen gestreamt. Weidinger will damit vertiefende Inhalte zur Arbeit der Häuser anbieten, die in der klassischen Medienberichterstattung keinen Platz mehr finden. Es geht ihm dabei gleichzeitig auch darum, die Inhalte und Arbeit der einzelnen Häuser der Oberösterreichischen Landesmuseen allen Oberösterreicherinnen und Oberösterreichern zugänglich zu machen, unabhängig davon, wo sie im Land leben. „Unser Auftrag als Landesmuseum besteht darin, Oberösterreich als Ganzes zu denken“, sagt Weidinger.
Oberösterreichische Landesmuseen
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